Equines Metabolisches Syndrom

Das Equine Metabolische Syndrom ist eine Stoffwechselstörung beim Pferd. 

Auch unsere Pferde erkranken heute an Wohlstandskrankheiten. An Futtermitteln ist alles verfügbar und unsere Pferde werden davon vor allem eins: fett. Dieses Übergewicht hat jedoch schlimme Folgen, da der Körper der einstigen Steppentiere für so ein Gewicht nicht ausgelegt ist.

Übergewichtiges Pferd / via flickr, Foto: smerical
Übergewichtiges Pferd / via flickr, Foto: smerical

Equines Metabolisches Syndrom – Diabetes der Pferde

Das Equine Metolische Syndrom ist sozusagen der Diabetes Mellitus Typ II der Pferde. Auf Grund von falscher Fütterung sind diese Pferde stark übergewichtig. Ein Pferd, das nicht im Hochleistungssport arbeitet, benötigt kein Kraftfutter zusätzlich zum frischen Gras und ausreichend Heu in guter Qualität.

Zu viel Zucker in Kraftfutter

Zudem ist leider in vielen Futtersorten Zucker in Form von Melasse, Fructose, Dextrose, melassierten Rübenschnitzeln etc. enthalten. Das ist ebenso ein versteckter und völlig unnützer Zucker wie in unseren eigenen Lebensmitteln. Achten Sie daher bitte unbedingt auf die Inhaltsstoffe, wenn Sie Kraftfutter füttern möchten.

Zu viel Zucker in Weidegras

Doch auch in unseren Hochleistungskoppeln liegt das Problem. Das Gras selbst enthält Mengen an Fructose, also Zucker. Fette Weiden sind also für zu Übergewicht neigenden Pferden riskant. Hier kann mit einer Fressbremse abhilfe geschaffen werden.

Zu wenig Bewegung

Dazu kommt die mangelnde Bewegung bei zu großer Zufuhr von Kohlenhydraten. Viele Pferde werden leider immer noch in Ställen gehalten, wo sie nur wenige Stunden nach draußen kommen und ansonsten ihr Dasein in der Box fristen.

Und das setzt an. Unsere Pferde werden fett. Der Pferdekörper kann diese überschüssigen Kohlenhydrate nicht verstoffwechseln und lagert Fettdepots ein.

Anzeichen

Fetteinlagerungen an Mähnenkamm, Schweifrübe, im Schulterbereich oder einfach rundum fett sind Anzeichen für das Equine Metabolische Syndrom. Eine chronische Hufrehe ist erst eine Spätfolge, die bei einer rechtzeitigen Futterumstellung und Einsetzen eines Bewegungsprogramms verhindert werden kann.

Lassen Sie Ihr Pferd am besten von einer mobilen Pferdewaage in Ihrer Umgebung wiegen. Das vereinfacht die Bemessung der Futterration und ist ebenfalls hilfreich, wenn Medikamente verabreicht werden müssen.

Folgeerkrankungen

Das Equine Mentabolische Syndrom hat einige sehr schmerzhafte Folgeerkrankungen. Die chronische Hufrehe ist die schmerzhafteste unter Ihnen. Doch auch Leber- und Nierenprobleme treten mit der Zeit auf.

Hufrehe

Die Hufrehe beginnt mit einer Entzündung der Huflederhaut. Die akute Rehe kann durch übermäßige Belastung, zu kurz geschnittene Hufe, einmalige Futterentgleisungen, Stress und Vergiftungen entstehen. Doch eine chronische Hufrehe ist die Folge langer Fütterungsfehler, die zu einer hormonellen Entgleisung führen. So ist auch das Equine Cushing Syndrom ein hormoneller Auslöser einer chronischen Rehe. Eine Hufrehe ist für ein Pferd äußerst schmerzhaft, da es ein hochentzündlicher Prozess ist.

Leber- und Nierenprobleme

Eine Störung im Stoffwechsel ist immer einer Überbelastung für die Ausscheidungsorgane. Daher müssen Sie Ihr Pferd bei der Entgiftung unbedingt pflanzlich unterstützen. Spezielle Kräuter und Schüssler Salze helfen hier sehr gut und schützen die Entgiftungsorgane.

Maßnahmen

  • Wenn Sie ein zu Übergewicht neigendes Pferd besitzen, achten Sie bitte auf die Futterzusammensetzung. Fette Weiden im Sommer sehen paradisisch aus, doch nutzen Sie einen Weide-Maulkorb und lassen Sie Ihr Pferd nur einige Stunden am Tag fressen.
  • Füttern Sie Heu aus dem Heunetz, so hat Ihr Pferd länger etwas davon. Generell sollte Ihr zu dickes Pferd 1% seines Körpergewichts pro Tag an Heu bekommen. Ein 700 KG schweres Pferd bekommt also 7 KG.
  • Bewegung, Bewegung, Bewegung: Achten Sie auf eine moderate und regelmäßige Bewegung. Wenn Sie an einem Tag der Woche vier Stunden reiten und Ihr Pferd dann den Rest der Woche steht, helfen Sie ihm nicht und riskieren im Zweifel noch einen Kreuzverschlag. Lieber regelmäßig bewegen!
  • Achten Sie auf den Mineralienhaushalt. Eine Diät geht oft mit einem Mangel an Mineralien zusammen. Daher sollten Sie die Blutwerte regelmäßig überprüfen und ggf. ausgleichen, was fehlt. Außerdem helfen spezielle Kräutermischungen bei der Entgiftung.
  • Akupunktur kurbelt den Stoffwechsel an, löst Blockaden und hilft dort, wo es nötig ist. Probieren Sie es aus!