Blutegel-Therapie bei Pferden

Die Blutegel-Therapie ist bei Pferdebesitzern sehr beliebt, da sie schon fast wundersame Heilungen erreichen können. Was sollte man über eine Blutegel-Therapie wissen? 

Die Blutegel-Therapie blickt auf eine 3.000 Jahre alte Geschichte zurück. Bereits im Orient wurden Egel eingesetzt, ebenfalls in Griechenland noch ca. 200 v. Chr. Ab Mitte des 19. Jahrhundert ist diese Heilmethode in Vergessenheit geraten und wird nun wieder ausgebgraben. Gerade in der Therapie von Pferden. Blutegel sind gegen viele Pferdekrankheiten einsetzbar, ganz besonders aber bei chronischen oder auch ganz akuten Entzündungen wie einer Hufrehe.

Blutegel am Sprunggelenk wg. Spat
Blutegel am Sprunggelenk wg. Spat

Was sind Blutegel?

Blutegel gehören zu den Gürtelwürmern. Sie werden 2-4 cm groß und leben im Süßwasser. So kann es durchaus passieren, dass man aus einem See nach dem Baden mit einem Blutegel am Bein aus dem Wasser kommt. Doch die medizinischen Egel werden auf Blutegel-Farmen gezüchtet und auch nur für eine Behandlung angesetzt; danach müssen sie fachgerecht entsorgt werden.

Blutegel besitzen drei Kiefer mit je 80 Zähnen. So wirkt ihr Biss wie ein Y. Sie sitzen so fest an ihrem Wirt, dass man sie nicht abreißen sollte, sondern warten, bis sie von alleine abfallen. Ein Blutegel kann bis zu 30 ml Blut aufnehmen.

Das Besondere an den Egeln ist, dass sie in ihrem Speichel Stoffe übertragen, die antibiotisch, entspannend, krampflösend,gerinnungshemmend, entzündungshemmend und gewebelockernd sind. So wirken sie nicht nur Entzündungen entgegen, sondern regen auch den Lymphfluss an. Die Körperflüssigkeiten können wieder besser fließen.

Wie werden sie eingesetzt?

Auf Grund der Wirkstoffe im Speichel sind Blutegel vielfältig einsetzbar. Bei akuten Entzündungen wie Hufrehe sind Blutegel die beste Erste-Hilfe-Maßnahme. Bei chronischen, schmerzhaften Entzündungen wie Arthrose sind Blutegel ebenfalls richtig.
Doch auch bei Prellungen, Ödemen und Verstauchungen sind Blutegel eine passende Therapie. Sie regen den Lymphfluss an und sorgen damit für den Abtransport der eingelagerten Flüssigkeit im Gewebe.

Kontraindikationen – wann dürfen Blutegel nicht eingesetzt werden?

Bei Pferden mit einer Anämie (Blutarmut) oder einem sehr schwachen Immunsystem ist von einer Behandlung abzusehen. Ebenfalls sollten trächtige Stuten nicht behandelt werden. Um den Zellwachstum bei Tumoren nicht anzuregen, ist auch die Behandlung von Krebspatienten kritisch. Insgesamt sollte ein Pferd in einem guten Allgemeinzustand sein, da die Behandlung für den Körper anstregend ist.

Gibt es Nebenwirkungen?

Der Biss eines Blutegel fühlt sich etwa so an wie ein Insektenstich, ein kurzes, starkes Brennen, das bis zu 5 Minuten anhalten kann. Danach wirken sie schmerzlindernden und entspannenden Stoffe im Speichel des Blutegels. Es kann gelegentlich zu leichten allergischen Reaktionen der Haut kommen, die aber schnell wieder abklingen. Die behandelte Stelle kann noch bis zu 18 Stunden nachbluten. Der Effekt ist gewünscht und sollte nicht unterbunden werden. Die Bisswunden der Blutegel können noch bis zu zwei Wochen zu sehen sein.

Was muss bei einer Blutegel-Behandlung beachtet werden?

Blutegel sind sehr geruchsempfindlich. Die zu behandelnde Stelle sollte daher drei Tage vor der Behandlung nur mit Wasser gewaschen werden, da die Egel sonst nicht anbeißen. Desinfektionsmittel mögen die Blutegel ebenso wenig wie Salben oder auch Knoblauch und Insektenschutzmittel.

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