Altes Pferd – was nun?

Mir begegnen aktuell viele ältere Pferde. Was könnt Ihr tun, um sie fit zu halten?
Wie Ihr im zeitlichen Abstand meiner Beiträge sehen könnt, schaffe ich es aktuell leider nicht mehr oft, mich an meinen Laptop zu setzen und zu bloggen. Mein Hund, aber auch meine Job als Tierheilpraktikerin halten mich ziemlich auf Trab! Das macht riesig viel Spaß, aber dabei wird dieser Blog leider etwas vernachlässtigt.
Mir begegnen aktuell viele ältere Pferde. Pferde mit Arthrose, generell mit Rückenschmerzen, mit vielen grauen Haare, Pferde die schlecht durch den Fellwechsel kommen, Sommerekzemer, alte Schulponys, ehemalige Turnierpferde und Freizeitpferde. Sie alle haben eins gemeinsam: sie altern! Jeder zwar auf seine Weise, doch bei vielen ähneln sich die Behandlungskonzepte.

Was passiert mit einem alten Pferd nach der TCM, der Traditionellen Chinesischen Medizin?

Jedes Tier, jeder Mensch wird mit einer gewissen Menge Jing (nicht zu verwechseln mit Yin), der Lebensenergie, geboren. Dieses Jing besteht aus zwei Teilen, dem vorgeburtlichen (Vorhimmelsessenz) und dem nachgeburtlichen Jing (Nachhimmelsessenz).
Das vorgeburtliche Jing wird von den Eltern bei der Zeugung mitgegeben. Ein Hengst, der schon seit Jahren deckt, kann nicht mehr viel Jing mitgeben. Auch eine Stute, die schon das 10. Fohlen austrägt, hat nicht mehr viel Jing für ihre weiteren Fohlen.
Das bedeutet, dass die Nachkommen mit sehr wenig vorgeburtlichem Jing ins Leben starten. Sie werden anfälliger für Krankheiten sein und gegen alle Einflüsse von außen nicht so widerstandsfähig.
Das nachgeburtliche Jing kommt auf der Erde dazu und wird von allen Lebensumständen beeinflusst.

Je älter wir und auch unsere Tiere nun werden, desto mehr nimmt diese Lebensenergie ab. Die Haaren werden grau, die Flüssigkeiten werden im Körper nicht mehr so gut verteilt, Fett lagert sich ab, Gelenksflüssigkeit fehlt, die Zähne werden locker, die Beweglichkeit schlechter. Der „Verfall“, um es einmal so krass auszudrücken, läuft bei unseren Tieren in einem viel kürzeren Zeitraum ab als bei uns Menschen, daher fällt es uns viel eher bei unseren Tieren auf als wenn wir selbst in den Spiegel schauen.

Diese ganzen oben genannten Symptome der Alterung werden nun von uns Therapeuten den unterschiedlichen Meridianen zugeordnet. Besonders die Niere, in der das Jing, die Lebensenergie, „wohnt“, braucht immer eine Stärkung. Jeglicher Stress, dem Körper und Geist ausgeliefert sind, schwächt die Niere und damit die Lebensenegergie. Das betrifft Wettkampf- und Turnierpferde sowie Schulpoys meist eher als Freizeitpferde. Ebenso leiden misshandelte Tiere und Tierschutzfälle oft am meisten im Bereich der Niere, was sich mit passenden Symptomen zeigt.

Was machen nun Therapeuten bei alten Pferden?

Es gibt verschiedene Bereiche, die abzudecken sind, wenn man sich ein altes Pferd genzheitlich anschaut. Individuelle Krankheiten sind hier gesondert und im Einzelfall zu betrachten.

Ernährung: Viele Pferde bekommen Müsli. Dies enthält meist Unmengen an Zucker. Daher sollte die Ernährung für alte Pferde umgestellt werden. Heu und Mineralpellets reichen meist völlig, alte Pferde, selbst die, die noch geritten werden, sollten nicht zu viel Kohlenhydrate zu sich nehmen. Zuästzlich empfiehlt sich mehrfach im Jahr eine Kur mit Stoffwechselkräutern, besonders zur Anweide- und Herbstsaison. Diese kurbeln den Stoffwechsel an, helfen beim Fellwechsel und unterstützen die Produktion von Gelenkschmiere. So wird auch arthrotischen Pferden geholfen.

Akupunktur: Akupunktur ist oft Wellness fürs Pferd. Ein individuelles Akupunkturkonzept unterstützt den alternden Bewegungsapparat, gleicht den Mangel in der Niere aus und kann Schmerzen mindern. Dies sollte mindestens alle vier Wochen gemacht werden.

Schüssler Salze: Auch mit Schüssler Salzen kann der Stoffwechsel- und Entgiftungsprozess angeschoben werden. Dies erreicht ebenfalls eine Verbesserung des Zustands.

Blutegel: Bei Arthritis, Arthrose oder Spat helfen Blutegel. Sie verschaffen für einige Monate Besserung, da ihr Speichel unter anderem entzündungshemmend und schmerzstillend wirkt. Sie kurbeln die Durchblutung an, erhöhen die Blutproduktion und reduzieren Schwellungen.

Was ist bei alten Pferden sonst noch wichtig?

Sternchen auf dem Paddock
Sternchen (30 Jahre alt) auf dem Paddock

 

Bewegung

Bewegung ist das A und O. Wer rastet, der rostet – in diesem Spruch liegt viel Wahrheit. Natürlich sollen Sie mit Ihrem alten Pferd keinen 60 KM Distanzritt mehr gehen, aber selbst wenn Ihr Pferd nicht mehr reitbar ist, gehen Sie viel spazieren. Je mehr Zeit Ihr Pferd nur herumsteht, desto schlechter wird die Beweglichkeit.

Eindecken

Alte Pferde frieren viel schneller als junge Pferde. Ob Vollblut oder schweres Warmblut, das nasskalte Wetter im Moment macht Ihren Pferden zu schaffen. Sie merken das vielleicht nicht sofort, aber in einigen Wochen wird Ihr Pferd abnehmen, weil der Stoffwechsel so viel arbeitet, um die Körpertemperatur zu halten. Die Bewegungen werden schlechter, Arthroseschübe kommen im Herbst wesentlich öfter als im Sommer. Also decken Sie Ihr Pferd lieber mit einer dünnen Regendecke ein als es Wind, Regen und Kälte auszusetzen!

Futterumstellung

Ältere Pferde sind keine Sportpferde mehr. Daher liegt der Kalorienbedarf deutlich unter dem eines jungen Pferdes. Hier sollten Sie auf die Fütterung Ihres Pferdes achten. Um kein Risiko in Richtung Cushing einzugehen, sollten Sie auf unmelassiertes und getreidefreies Futter zurückgreifen.

Wenn Sie nun ein altes Pferd im Stall haben und gerne mehr Infos wünschen, kontaktieren Sie mich gerne!